Aikido

Aikidō ist eine betont defensive moderne japanische Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba als Synthese verschiedener Aspekte unterschiedlicher Budō-Disziplinen, vor allem aber als Weiterentwicklung des Daitō-Ryū Aiki-Jūjutsu begründet wurde.

Ziel beim Aikidō ist es, die Kraft des gegnerischen Angriffs (Randori) abzuleiten (Abwehr) und gleichzeitig dieselbe Kraft zu nutzen, um den Gegner vorübergehend angriffsunfähig zu machen (Absicherung), ohne ihn dabei schwer zu verletzen. Dies geschieht in der Regel durch Wurftechniken (nage waza) und Haltetechniken (osae waza oder katame waza), die den Hauptteil der Aikidō-Techniken ausmachen. Im Anfängerstadium wird in einem vorher festgelegten, stilisierten, Bewegungsablauf trainiert, um die Techniken zu verinnerlichen und ein Gefühl für Gegner und Raum zu erlangen. Fortgeschrittene trainieren durch den offenen, willkürlichen Angriff (randori), um Flexibilität und Dynamik der eigenen Techniken zu verbessern. Eine Besonderheit des Aikidō ist, dass keine offensiven Angriffstechniken, sondern nur Abwehr- und Sicherungstechniken gelehrt werden. Dadurch wird eine entsprechend defensive und verantwortungsbetonte geistige Haltung vermittelt.

Shoji Nishio

Nishio Sensei war nicht nur direkter Schüler von O-Sensei, sondern auch hochgraduierter Iaido- und Karate-Lehrer.

“Im Moment des ersten Kontaktes mit dem Angreifer hat Aikido bereits gewonnen. Der Grund dafür ist die Irimi-Bewegung. Eine Besonderheit des Aikido, die es in dieser Form in keiner anderen Kampfkunst gibt.”Shoji Nishio

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Toho Iai

Toho Iai ist eine abgewandelte und an Aikido angepasste Form des Iaido („Weg des Schwertziehens“). Es wurde von Shoji Nishio Sensei (1927-2005) geschaffen und verdeutlicht die Nähe des Aikido zur Schwertkampfkunst und des vormals von O Sensei praktizierten Daito-Ryu Aiki-Jujutsu. Geprägt von dynamischen, weichen, runden Bewegungen komplementiert es die waffenlosen Techniken des Nishio-ryu Aikido auf der tatami.

Eingeteilt in 15 Katas (Übungsformen) werden die einzelnen Techniken bis auf eine Ausnahme komplett im Stand ausgeführt. Zudem gibt es Partnerübungen mit bokken (ken tai ken) und jo (ken tai jo), die durch dynamische Bewegungsabläufe geprägt sind, wie z. B. die 41-Schläge Kata, die mit jo und bokken ausgeführt wird. Das Ziel der Partnerübungen ist auch hier im Sinne des Aikido die Kontrolle des Partners und nicht seine Zerstörung. Insbesondere die richtige Positionierung zum Partner (kamai) und balanciertem Bewegen im Raum bilden den Schwerpunkt.

Ichiro Shishiya

Ichiro Shishiya war über 40 Jahre hinweg einer der engsten Schüler von Shoji Nishio Sensei.

Seit 2000 kommt er regelmäßig als dessen Beauftragter nach Schweden, in die Tschechei und nach Deutschland, um hier Aikidoseminare zu veranstalten und den Stil von Nishio Sensei bei uns zu lehren.

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